Interview mit Dr. med. Igor Hodorkovski, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, UNIKAT AESTHETIK Stuttgart
Mini-Facelift, SMAS-Lifting oder Deep-Plane-Technik: Hinter diesen Begriffen stehen unterschiedliche operative Vorgehensweisen, die jeweils eigene Möglichkeiten und Grenzen haben. Doch welche Methode ist für wen geeignet, und worauf kommt es bei der Entscheidung an?
Im Interview erklärt Dr. med. Igor Hodorkovski, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Stuttgart, worin sich die verschiedenen Facelift-Techniken unterscheiden, welche Rolle die individuelle Anatomie spielt und wann ein Mini-Facelift in Lokalanästhesie sinnvoll sein kann. Außerdem spricht er über den Ablauf der Operation, die Heilungsphase, mögliche Risiken und die Frage, wie lange die Ergebnisse eines Facelifts anhalten.
1. Welche Facelift-Methoden gibt es, und wie unterscheiden sich Mini-Facelift, SMAS-Lifting und Deep-Plane-Technik im Kern?
Die verschiedenen Facelift-Methoden unterscheiden sich vor allem darin, welche Gewebeschichten behandelt werden und wie umfangreich der Eingriff ist. Beim Mini-Facelift konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die untere Gesichtspartie, insbesondere auf die Wangen und die Kieferkontur.
Wichtig ist dabei, dass Mini-Facelift, SMAS-Lifting und Deep Plane keine drei vollständig voneinander getrennten Verfahren sind. Ein Mini-Facelift beschreibt in erster Linie den begrenzteren Umfang des Eingriffs, während SMAS und Deep Plane unterschiedliche anatomische Strukturen beziehungsweise operative Präparationstechniken bezeichnen.
Bei einem Mini-Facelift mit SMAS-Straffung erfolgt der Zugang über einen möglichst unauffällig platzierten Schnitt im Bereich des Ohres. Nach einer begrenzten Mobilisierung der Haut wird das darunterliegende SMAS, eine wichtige Schicht aus Bindegewebe und Muskulatur, gezielt gestrafft und je nach Befund durch Nähte neu positioniert. Anschließend wird die Haut ohne übermäßigen Zug angepasst und überschüssige Haut entfernt. Ziel ist es, abgesunkene Gewebestrukturen anzuheben und die natürliche Kieferkontur wieder deutlicher hervorzuheben.
Bei einem umfassenderen SMAS-Lifting können die tieferen Gewebestrukturen über einen größeren Bereich gestrafft oder neu positioniert werden. Bei der Deep-Plane-Technik erfolgt die Präparation in einer tieferen anatomischen Ebene. Dabei werden bestimmte Haltebänder gelöst, um abgesunkene Gewebestrukturen gemeinsam zu mobilisieren und neu zu positionieren.
Welche Technik sinnvoll ist, hängt von der individuellen Anatomie und dem gewünschten Korrekturumfang ab. Mein Ziel ist immer eine natürliche Verjüngung, bei der die persönliche Mimik und der individuelle Gesichtsausdruck erhalten bleiben.
2. Für wen eignet sich welche Methode? Welche Merkmale von Haut, Gewebe und Alter sprechen für welches Verfahren?
Das Alter allein ist für mich kein entscheidendes Kriterium. Viel wichtiger sind die Hautqualität, das Ausmaß der Gewebeerschlaffung, die Verteilung des Fettgewebes und die individuellen Gesichtskonturen.
Bei einer beginnenden Erschlaffung der unteren Gesichtspartie und noch guter Hautelastizität kann ein Mini-Facelift eine geeignete Lösung sein. Sind die Wangen stärker abgesunken, die Nasolabialfalten ausgeprägter oder die Kieferkonturen deutlich verändert, kann ein umfassenderes SMAS-Lifting oder eine Deep-Plane-Technik sinnvoll sein.
Bei einer ausgeprägten Erschlaffung des Halses muss zusätzlich geprüft werden, ob eine gezielte Halsstraffung notwendig ist.
In meiner Praxis in Stuttgart erlebe ich häufig, dass Patienten bereits mit einer bestimmten Operationsmethode im Kopf zur Beratung kommen. Ich erkläre dann zunächst, welche anatomischen Veränderungen tatsächlich vorliegen und welche Möglichkeiten es gibt. Erst danach entscheiden wir gemeinsam, welches Verfahren am besten zur individuellen Ausgangssituation und zu den persönlichen Erwartungen passt.
3. Wo liegen die Grenzen der einzelnen Verfahren? Was lässt sich mit einem Mini-Facelift realistisch erreichen, und ab wann ist ein umfassenderer Eingriff sinnvoll?
Ein Mini-Facelift kann insbesondere bei beginnenden Hängebäckchen und einer weniger klar definierten Kieferlinie eine sichtbare Verbesserung erreichen. Es ist jedoch nicht für jede Form der Gesichtsalterung geeignet.
Bei stärker abgesunkenen Wangen, ausgeprägten Hautüberschüssen oder einer deutlichen Erschlaffung des Halses stößt ein begrenzter Eingriff häufig an seine Grenzen. In solchen Fällen kann eine umfassendere Mobilisierung und Neupositionierung der tieferen Gewebeschichten erforderlich sein.
Ein wichtiger Punkt ist außerdem, dass nicht jede Altersveränderung des Gesichts allein durch ein Facelift korrigiert werden kann. Feine Hautfältchen, Veränderungen der Hautstruktur oder ein ausgeprägter Volumenverlust können zusätzliche oder alternative Behandlungen erforderlich machen.
Deshalb ist es mir wichtig, bereits im Beratungsgespräch klar zu erklären, welche Veränderungen realistisch erreichbar sind und welche nicht. Eine Operation sollte immer zur tatsächlichen anatomischen Ausgangssituation passen und nicht allein aufgrund eines bestimmten Wunsches nach einer vermeintlich moderneren Technik durchgeführt werden.
4. Wie läuft ein Facelift ab (Betäubung, Dauer, ambulant oder stationär), und wie sieht die Erholungszeit aus? Wann sind Patientinnen und Patienten wieder gesellschaftsfähig?
In meiner Praxis in Stuttgart führe ich ausgewählte Mini-Facelift-Operationen ambulant in Lokalanästhesie durch. Umfangreichere Facelift-Operationen erfolgen in der Regel in Vollnarkose in einer Klinik, häufig mit einer Übernachtung zur Überwachung.
Ein Mini-Facelift dauert je nach Umfang häufig etwa ein bis zwei Stunden. Bei umfangreicheren Facelift-Operationen muss entsprechend mehr Zeit eingeplant werden, insbesondere wenn zusätzlich eine Halsstraffung durchgeführt wird. Die tatsächliche Operationsdauer hängt immer von der gewählten Technik und den individuellen anatomischen Voraussetzungen ab.
Nach der Operation sind Schwellungen, Blutergüsse und ein vorübergehendes Spannungsgefühl zu erwarten. Viele Patienten sind nach etwa zwei bis drei Wochen wieder gesellschaftsfähig. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Heilung zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen ist.
Restschwellungen und Veränderungen der Gewebefestigkeit können noch über mehrere Wochen oder Monate bestehen. Bis sich das Gewebe vollständig beruhigt hat und das endgültige Ergebnis zuverlässig beurteilt werden kann, vergehen häufig mehrere Monate.
5. Welche Risiken und Komplikationen gehören zur Aufklärung, zum Beispiel Nervenverletzungen, Blutergüsse oder Narbenbildung, und wie lassen sie sich minimieren?
Ein Facelift ist ein chirurgischer Eingriff und trotz sorgfältiger Planung und Durchführung mit Risiken verbunden. Dazu gehören insbesondere Nachblutungen, Hämatome, Infektionen, Wundheilungsstörungen, auffällige Narben und Sensibilitätsveränderungen.
Auch vorübergehende Funktionsstörungen einzelner Gesichtsnerven sind möglich. Dauerhafte Nervenschädigungen sind selten, können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Durchblutung der Haut. Nikotinkonsum kann beispielsweise das Risiko für Wundheilungsstörungen deutlich erhöhen. Auch bestimmte Vorerkrankungen und Medikamente können den Heilungsverlauf beeinflussen.
Viele Risiken lassen sich durch eine sorgfältige Patientenauswahl, die Berücksichtigung individueller Risikofaktoren, eine gewebeschonende Operationstechnik und eine strukturierte Nachsorge reduzieren, aber niemals vollständig ausschließen.
Ich lege deshalb großen Wert auf eine ehrliche und ausführliche Aufklärung. Meine Patienten sollen nicht nur wissen, welche Verbesserungen möglich sind, sondern auch verstehen, welche Risiken mit dem Eingriff verbunden sind.
6. Woran erkennen Patientinnen und Patienten einen qualifizierten Facharzt für diesen Eingriff, und welche Fragen sollten sie im Beratungsgespräch stellen?
Zunächst sollte man auf die offizielle Facharztbezeichnung „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ achten. Begriffe wie „Schönheitschirurg“ oder „Beauty-Experte“ sind dagegen keine geschützten Facharztbezeichnungen.
Wichtig ist außerdem, dass der Operateur Erfahrung mit Facelift-Operationen und den unterschiedlichen chirurgischen Techniken besitzt. Im Beratungsgespräch würde ich gezielt danach fragen, welche Methode empfohlen wird, warum gerade diese Technik geeignet sein soll und welche Alternativen bestehen.
Auch Fragen zu möglichen Komplikationen, zur Narbenposition, zur Narkose und zur Organisation der Nachsorge sollten offen beantwortet werden.
Ein seriöser Arzt erklärt neben den Vorteilen einer Operation auch ihre Grenzen. Ich persönlich halte es für besonders wichtig, dass Patienten genügend Zeit haben, Fragen zu stellen und sich ohne Entscheidungsdruck mit dem vorgeschlagenen Behandlungskonzept auseinanderzusetzen.
Vertrauen entsteht für mich durch ehrliche Beratung und realistische Erwartungen. Ein perfektes Ergebnis kann und sollte kein seriöser Arzt versprechen.
7. Welche Erfahrungen sind bei Facelift-Operationen besonders wichtig, und wie lange halten die Ergebnisse typischerweise?
Bei Facelift-Operationen kommt es aus meiner Sicht nicht allein auf die Anzahl der durchgeführten Eingriffe an, sondern vor allem auf die Erfahrung mit unterschiedlichen anatomischen Ausgangssituationen und Operationstechniken.
Ich führe sowohl Mini-Facelift-Operationen als auch umfangreichere Facelift-Eingriffe durch. Dabei lege ich großen Wert auf eine individuell abgestimmte Planung, eine sorgfältige Operationstechnik und möglichst natürliche Ergebnisse.
Die Ergebnisse eines umfassenderen Facelifts können über viele Jahre sichtbar bleiben, teilweise etwa zehn Jahre oder länger. Wie lange der Effekt tatsächlich anhält, hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Hautqualität, der Gewebestruktur, der gewählten Operationstechnik, dem Lebensstil und dem natürlichen Alterungsprozess.
Ein Facelift kann die Zeichen der Gesichtsalterung reduzieren und das Erscheinungsbild sichtbar verjüngen. Den biologischen Alterungsprozess kann es jedoch nicht aufhalten.
Deshalb bespreche ich mit jedem Patienten individuell, welche langfristige Verbesserung realistisch zu erwarten ist. Mir ist wichtig, dass das Ergebnis nicht nur unmittelbar nach der Operation natürlich wirkt, sondern auch langfristig zur Persönlichkeit und zum Gesicht passt.
8. Kann ein Mini-Facelift tatsächlich in Lokalanästhesie durchgeführt werden?
Ja, ein Mini-Facelift kann bei geeigneten Patienten auch in Lokalanästhesie durchgeführt werden. In meiner Praxis UNIKAT AESTHETIK in Stuttgart biete ich diese Möglichkeit bei entsprechendem Befund ambulant an.
Dabei wird das Operationsgebiet örtlich betäubt, sodass eine Vollnarkose nicht zwingend erforderlich ist. Während des Eingriffs bleibt der Patient grundsätzlich wach, wobei die individuelle Belastbarkeit und das persönliche Wohlbefinden selbstverständlich berücksichtigt werden müssen.
Der Vorteil liegt darin, dass bei geeigneten Patienten auf eine Vollnarkose verzichtet werden kann. Allerdings bedeutet dies nicht, dass der Eingriff grundsätzlich risikofrei oder für jeden Patienten geeignet ist.
Ob ein Mini-Facelift in Lokalanästhesie sinnvoll durchgeführt werden kann, hängt vom Umfang der geplanten Korrektur, den gesundheitlichen Voraussetzungen und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.
Umfangreichere Facelift-Operationen führe ich dagegen in der Regel in Vollnarkose durch. Welche Form der Betäubung geeignet ist, entscheiden wir im Rahmen der persönlichen Beratung und Operationsplanung.
Facelift in Stuttgart: Informationen der Praxis

