Oberarmstraffung (Brachioplastik): Ablauf, Narben, Kosten und Risiken

Eine Oberarmstraffung kann überschüssige Haut und erschlafftes Gewebe an den Oberarmen entfernen. Der Eingriff kommt insbesondere nach einer starken Gewichtsabnahme infrage, kann aber auch bei altersbedingt nachlassender Hautelastizität erwogen werden. Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Oberarmstraffung abläuft, wann eine Fettabsaugung allein nicht ausreicht, welche Narben entstehen können und unter welchen Voraussetzungen eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse geprüft werden kann.

Nach einer deutlichen Gewichtsabnahme verändert sich nicht nur das Körpergewicht. Bei manchen Menschen bleibt überschüssige Haut zurück, die sich nicht vollständig an die neue Körperform anpasst. Davon können auch die Oberarme betroffen sein. Die Haut hängt dann insbesondere an der Unterseite der Arme sichtbar herab.

Eine Oberarmstraffung, medizinisch auch Brachioplastik genannt, soll die Kontur der Oberarme verändern, indem überschüssige Haut und gegebenenfalls zusätzliches Fettgewebe entfernt werden. Die Operation ist nicht mit einer Fettabsaugung gleichzusetzen. Sie hinterlässt in der Regel eine sichtbare Narbe und sollte sorgfältig abgewogen werden.

Auf einen Blick: Die wichtigsten Fakten zur Oberarmstraffung

Übersicht OberarmstraffungDetails
FachbegriffBrachioplastik
Ziel des EingriffsEntfernung überschüssiger Haut und Verbesserung der Oberarmkontur
Häufige GründeStarke Gewichtsabnahme, Gewichtsschwankungen, altersbedingt nachlassende Hautelastizität, individuelle Veranlagung
SchnittführungJe nach Befund häufig an der Innenseite oder Rückseite des Oberarms; bei ausgeprägtem Hautüberschuss gegebenenfalls von der Achselregion bis in Richtung Ellenbogen
NarkoseAbhängig vom Umfang des Eingriffs; häufig Vollnarkose, in geeigneten Fällen auch Sedierung möglich
Kombination mit FettabsaugungJe nach Befund möglich
KlinikaufenthaltIndividuell abhängig von Umfang, Narkoseform und gesundheitlichen Voraussetzungen
KompressionskleidungHäufig Bestandteil der Nachsorge
NarbenIn der Regel sichtbar; Entwicklung und Verblassen benötigen Zeit
Sport und körperliche BelastungErst nach individueller Freigabe durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt
ErgebnisErste Veränderungen früh sichtbar; abschließende Beurteilung erst nach Rückgang der Schwellungen und fortgeschrittener Narbenheilung
KrankenkasseBei rein ästhetischer Motivation in der Regel keine Kostenübernahme; Prüfung in begründeten Einzelfällen möglich

Was ist eine Oberarmstraffung?

Bei einer Oberarmstraffung wird überschüssige Haut an der Unterseite des Oberarms entfernt. Je nach Ausgangsbefund kann zusätzlich Fettgewebe reduziert werden. Ziel ist eine glattere und straffere Kontur zwischen Achselregion und Ellenbogen.

Die American Society of Plastic Surgeons beschreibt die Oberarmstraffung als Eingriff, der erschlaffte Haut reduziert, das darunterliegende Stützgewebe formt und bei Bedarf lokale Fettdepots verringert.

Die Operation kommt insbesondere dann infrage, wenn die Haut deutlich erschlafft ist und sich durch Sport nicht ausreichend verändert. Training kann die Muskulatur stärken und damit die Form der Oberarme beeinflussen. Überschüssige Haut lässt sich dadurch jedoch nicht entfernen.

Warum entsteht überschüssige Haut an den Oberarmen?

Die Haut besitzt eine gewisse Elastizität. Nach größeren Veränderungen des Körpergewichts kann sie sich jedoch nicht immer vollständig zurückbilden.

Mögliche Ursachen sind:

  • eine starke Gewichtsabnahme,
  • wiederholte Gewichtsschwankungen,
  • eine nachlassende Hautelastizität im Laufe des Lebens,
  • individuelle genetische Faktoren,
  • eine Gewichtsabnahme nach bariatrischer Operation,
  • eine Gewichtsabnahme mit Unterstützung durch Medikamente.

Auch der zunehmende Einsatz von Medikamenten zur Gewichtsabnahme hat die Aufmerksamkeit auf Straffungsoperationen gelenkt. Hautüberschüsse entstehen allerdings nicht ausschließlich durch Abnehmspritzen. Sie können nach jeder ausgeprägten Gewichtsreduktion auftreten.

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Wann kann eine Oberarmstraffung sinnvoll sein?

Eine Oberarmstraffung kann erwogen werden, wenn an der Unterseite der Oberarme ein deutlicher Hautüberschuss besteht und die betroffene Person diesen als belastend empfindet. In manchen Fällen geht es vor allem um die sichtbare Veränderung der Körperkontur. In anderen Fällen treten zusätzlich Beschwerden auf.

Ausgeprägte Hautfalten können beispielsweise:

  • aneinanderreiben,
  • die Hautpflege erschweren,
  • zu gereizten Hautstellen beitragen,
  • wiederkehrende Entzündungen begünstigen,
  • Bewegungen oder sportliche Aktivitäten beeinträchtigen.

Ob eine Operation medizinisch sinnvoll und vertretbar ist, lässt sich nur nach einer persönlichen Untersuchung beurteilen.

Nach Angaben der American Society of Plastic Surgeons kommen als geeignete Kandidatinnen und Kandidaten insbesondere Erwachsene mit einer deutlichen Hauterschlaffung an den Oberarmen infrage, deren Gewicht relativ stabil ist. Gute allgemeine Gesundheit, realistische Erwartungen und der Verzicht auf Rauchen sind wichtige Voraussetzungen.

Der richtige Zeitpunkt nach einer Gewichtsabnahme

Nach einer deutlichen Gewichtsabnahme ist Geduld sinnvoll. Eine Straffungsoperation sollte normalerweise nicht geplant werden, solange sich das Gewicht noch stark verändert.

Ein stabiles Gewicht ist aus mehreren Gründen wichtig:

  • Weitere Gewichtsabnahmen können erneut zu überschüssiger Haut führen.
  • Eine deutliche Gewichtszunahme kann das Operationsergebnis beeinträchtigen.
  • Körperkonturen verändern sich nach einer Gewichtsreduktion häufig noch über einen längeren Zeitraum.
  • Die Operationsplanung wird verlässlicher, wenn der Ausgangsbefund möglichst stabil ist.

Der geeignete Zeitpunkt ist individuell. Eine Beratung kann bereits früher sinnvoll sein, um Möglichkeiten, Grenzen und den voraussichtlichen Verlauf einzuordnen.

Oberarmstraffung oder Fettabsaugung: Was ist der Unterschied?

Eine Oberarmstraffung und eine Fettabsaugung verfolgen unterschiedliche Ziele.

Bei einer Fettabsaugung, auch Liposuktion genannt, wird Fettgewebe reduziert. Das kann bei lokalen Fettdepots sinnvoll sein, wenn die Haut noch ausreichend elastisch ist und sich voraussichtlich an die veränderte Kontur anpassen kann.

Bei einer Oberarmstraffung wird dagegen überschüssige Haut tatsächlich entfernt. Das ist insbesondere bei einer ausgeprägten Hauterschlaffung relevant.

AusgangsbefundMögliche ärztlich zu prüfende Behandlung
Lokales Fettdepot bei vergleichsweise straffer HautGegebenenfalls Fettabsaugung
Deutlicher Hautüberschuss an der Unterseite des OberarmsGegebenenfalls operative Oberarmstraffung
Kombination aus Fettdepot und HautüberschussGegebenenfalls Oberarmstraffung mit zusätzlicher Fettabsaugung
Leichte Hauterschlaffung ohne ausgeprägten HautüberschussIndividuelle Beratung; Nutzen nichtoperativer Verfahren realistisch prüfen

Nichtoperative Behandlungen können bei bestimmten leichten Befunden diskutiert werden. Bei einem ausgeprägten Hautüberschuss sind sie jedoch nicht mit einer operativen Entfernung überschüssiger Haut gleichzusetzen. Seriöse Beratung sollte keine vergleichbare Wirkung versprechen, wenn diese nicht realistisch erreichbar ist.

Ablauf einer Oberarmstraffung: Schritt für Schritt

Der genaue Ablauf hängt vom individuellen Befund ab. Die Operation wird auf die Menge und Verteilung des überschüssigen Gewebes abgestimmt.

Beratungsgespräch und Voruntersuchung:
Vor dem Eingriff untersucht die Fachärztin oder der Facharzt die Oberarme und beurteilt, wie viel überschüssige Haut und gegebenenfalls Fettgewebe vorhanden ist. Besprochen werden auch Vorerkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente, frühere Operationen, Gewichtsverlauf, Rauchen und persönliche Erwartungen.

Wichtig ist eine realistische Einschätzung der Narben. Eine Oberarmstraffung kann die Kontur sichtbar verändern. Sie tauscht aber gewissermaßen einen Hautüberschuss gegen eine bleibende Operationsnarbe.

Planung der Schnittführung:
Unmittelbar vor der Operation wird die Schnittführung angezeichnet. Länge und Lage hängen davon ab, wo sich das überschüssige Gewebe befindet und wie ausgeprägt der Befund ist.

Nach Angaben der American Society of Plastic Surgeons liegen die Schnitte häufig an der Innenseite oder an der Rückseite des Oberarms. Bei einem ausgeprägten Hautüberschuss können sie von der Achselregion bis knapp oberhalb des Ellenbogens reichen. Bei geringeren Befunden kann eine kürzere Schnittführung ausreichen.

Narkose:
Abhängig vom Umfang der Operation kommen eine Vollnarkose oder eine intravenöse Sedierung infrage. Welche Form angemessen ist, entscheidet das behandelnde ärztliche Team individuell.

Entfernung überschüssiger Haut:
Während der Operation wird das überschüssige Haut- und Weichteilgewebe entfernt. Falls zusätzlich störende Fettdepots bestehen, kann eine Fettabsaugung Bestandteil des Eingriffs sein.

Wundverschluss:
Die Wunden werden verschlossen. Je nach verwendeter Nahttechnik lösen sich Fäden selbst auf oder werden im Rahmen der Nachsorge entfernt. Die American Society of Plastic Surgeons nennt für nicht selbstauflösende Fäden einen Zeitraum von etwa ein bis zwei Wochen.

Wo verläuft die Narbe nach einer Oberarmstraffung?

Die Narbenfrage ist ein zentraler Bestandteil der Beratung. Anders als bei manchen kleineren ästhetischen Eingriffen lässt sich die Narbe nach einer ausgeprägten Oberarmstraffung nicht vollständig verstecken.

Je nach Schnittführung kann die Narbe:

  • an der Innenseite des Oberarms,
  • an der Rückseite des Oberarms,
  • im Bereich der Achselhöhle,
  • oder bei umfangreicheren Eingriffen über eine längere Strecke zwischen Achsel und Ellenbogen verlaufen.

Wie sichtbar die Narbe später bleibt, ist individuell verschieden. Eine Rolle spielen unter anderem die persönliche Wundheilung, die Schnittführung, die Belastung der Wunde während der Heilungsphase und mögliche Komplikationen.

Narben verändern sich über längere Zeit. Anfangs können sie gerötet oder deutlicher sichtbar sein. Im weiteren Verlauf können sie verblassen. Eine vollständig unsichtbare Narbe sollte jedoch nicht versprochen werden.

Heilungsverlauf und Nachsorge

Nach der Operation können Schwellungen und Blutergüsse auftreten. Die Oberarme werden häufig mit Verbänden versorgt. Kompressionskleidung kann eingesetzt werden, um die Schwellung zu begrenzen und den Heilungsverlauf zu unterstützen.

In manchen Fällen wird vorübergehend eine Drainage eingelegt, damit Blut oder Wundflüssigkeit abfließen können.

Für die ersten Wochen gelten individuelle Verhaltensregeln. Die behandelnde Praxis oder Klinik sollte konkret erklären:

  • wie die Wunden versorgt werden,
  • ob und wie lange Kompressionskleidung getragen werden soll,
  • wann Kontrolltermine stattfinden,
  • ob Fäden entfernt werden müssen,
  • wann Duschen wieder möglich ist,
  • wann berufliche Tätigkeiten wieder aufgenommen werden können,
  • wann Sport und stärkere körperliche Belastungen wieder erlaubt sind.

Pauschale Aussagen zur vollständigen Belastbarkeit sind wenig hilfreich. Ein Büroarbeitsplatz stellt andere Anforderungen als eine körperlich anstrengende Tätigkeit. Auch der Umfang der Operation und der individuelle Heilungsverlauf spielen eine Rolle.

Wichtig ist, die Wunden während der Heilungsphase nicht übermäßig durch Zug, Reibung oder starke Bewegungen zu belasten.

Welche Ergebnisse sind realistisch?

Erste Veränderungen der Oberarmkontur sind häufig früh erkennbar. Schwellungen und Blutergüsse können das Ergebnis zunächst jedoch überlagern.

Nach Angaben der American Society of Plastic Surgeons können die Ergebnisse langfristig bestehen bleiben, wenn das Körpergewicht stabil bleibt und die allgemeine Fitness erhalten wird. Der natürliche Alterungsprozess setzt sich trotzdem fort. Die Haut kann mit der Zeit erneut an Spannkraft verlieren.

Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht garantieren. In einigen Fällen kann eine weitere Operation erforderlich sein, um die Kontur zu korrigieren oder ein Ergebnis zu verbessern.

Risiken und mögliche Komplikationen

Eine Oberarmstraffung ist ein operativer Eingriff. Sie sollte nicht verharmlost werden.

Mögliche Risiken sind unter anderem:

  • Nachblutungen,
  • Infektionen,
  • Wundheilungsstörungen,
  • Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut, sogenannte Serome,
  • auffällige oder verbreiterte Narben,
  • vorübergehende oder anhaltende Gefühlsveränderungen,
  • Schmerzen,
  • Verletzungen tiefer liegender Strukturen wie Nerven oder Blutgefäße,
  • Schädigungen von Lymphbahnen mit anhaltenden Schwellungen,
  • Risiken im Zusammenhang mit Narkose oder Sedierung,
  • Blutgerinnsel, in seltenen Fällen auch eine Lungenembolie,
  • ein erneuter Hautüberschuss im weiteren Verlauf,
  • die Notwendigkeit eines Korrektureingriffs.

Welche Risiken im persönlichen Fall besonders relevant sind, hängt unter anderem von Vorerkrankungen, Gewicht, Hautbeschaffenheit, Umfang des Eingriffs und Lebensstil ab.

Rauchen erhöht das Risiko für Wundheilungsprobleme und andere Komplikationen. Raucherinnen und Raucher sollten deshalb frühzeitig mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen, wie lange vor und nach dem Eingriff auf Nikotin verzichtet werden sollte.

Was kostet eine Oberarmstraffung?

Die Kosten einer Oberarmstraffung lassen sich seriös erst nach einer persönlichen Untersuchung einschätzen. Eine pauschale Preisangabe kann irreführend sein, weil sich die Eingriffe erheblich unterscheiden.

Einfluss auf die Gesamtkosten haben unter anderem:

  • der Umfang des Hautüberschusses,
  • die Länge und Art der Schnittführung,
  • eine mögliche zusätzliche Fettabsaugung,
  • die Narkoseform,
  • eine ambulante oder stationäre Durchführung,
  • die erforderliche Nachsorge,
  • Kompressionskleidung,
  • mögliche Laboruntersuchungen und Voruntersuchungen.

Vor einer Entscheidung sollten Patientinnen und Patienten einen schriftlichen Kostenvoranschlag einholen. Daraus sollte hervorgehen, welche Leistungen enthalten sind und welche möglichen Zusatzkosten entstehen können.

Bei einem rein ästhetisch motivierten Eingriff tragen Patientinnen und Patienten die Kosten in der Regel selbst.

Wann kann die Krankenkasse die Kosten übernehmen?

Eine sichtbare Hauterschlaffung allein führt nicht automatisch zu einer Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse. Auch nach einer starken Gewichtsabnahme besteht kein pauschaler Anspruch auf eine Oberarmstraffung.

Der Medizinische Dienst Bund beschreibt für Straffungsoperationen ein mehrstufiges Prüfverfahren. Eine Kostenübernahme kann insbesondere dann geprüft werden, wenn krankheitsrelevante Beeinträchtigungen vorliegen, die ursächlich mit den Haut- und Weichteilüberschüssen zusammenhängen.

Dazu können im Einzelfall gehören:

  • Hautveränderungen, die sich trotz fachärztlicher Behandlung nicht ausreichend bessern,
  • funktionelle Bewegungseinschränkungen,
  • andere krankheitswertige mechanische Beschwerden,
  • eine nach objektiven Maßstäben als krankheitswertig eingestufte Entstellung.

Der Begriff „Entstellung“ ist dabei eng gefasst und juristisch geprägt. Das persönliche Empfinden allein reicht für eine Kostenübernahme nicht aus.

Bei wiederkehrenden Hautproblemen verlangt der Begutachtungsleitfaden des Medizinischen Dienstes Bund eine nachvollziehbare fachärztlich-dermatologische Behandlung und Dokumentation. Der Leitfaden nennt bei sogenannten therapierefraktären Hautveränderungen eine mindestens sechsmonatige intensive fachärztlich-dermatologische Behandlung unter engmaschiger Befundkontrolle.

Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, entscheidet die Krankenkasse im Einzelfall, gegebenenfalls nach Begutachtung durch den Medizinischen Dienst. Ein Antrag sollte vor einer Operation gestellt und möglichst gut dokumentiert werden.

Sinnvolle Unterlagen können je nach Fall sein:

  • ein fachärztlicher Befundbericht,
  • eine Fotodokumentation,
  • Nachweise über bisherige Behandlungen,
  • dermatologische Befunde bei wiederkehrenden Hautproblemen,
  • eine Beschreibung funktioneller Einschränkungen,
  • ein Kostenvoranschlag der operierenden Praxis oder Klinik.

Eine vorherige Rücksprache mit der Krankenkasse ist sinnvoll. Eine Kostenübernahme sollte niemals als selbstverständlich vorausgesetzt werden.

Arztwahl: Auf den geschützten Facharzttitel achten

Bezeichnungen wie „Schönheitschirurg“, „kosmetischer Chirurg“ oder „ästhetischer Chirurg“ sind keine geschützten Facharzttitel. Sie sagen für sich genommen nichts darüber aus, welche Weiterbildung eine Ärztin oder ein Arzt absolviert hat.

Bei einer Oberarmstraffung sollten Patientinnen und Patienten auf den vollständigen Facharzttitel achten:

Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

Weiterhin geführt werden auch die vergleichbaren früheren Bezeichnungen:

  • Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
  • Facharzt für Plastische Chirurgie

Vor einer Entscheidung sollten ausreichend Zeit für Fragen, eine verständliche Aufklärung über Risiken und eine ehrliche Einschätzung der Narben selbstverständlich sein. Bei einem größeren Eingriff kann es sinnvoll sein, eine zweite fachärztliche Meinung einzuholen.

Häufig gestellte Fragen zur Oberarmstraffung

Kann Sport überschüssige Haut an den Oberarmen beseitigen?

Sport kann die Muskulatur stärken und die Oberarmkontur beeinflussen. Ein ausgeprägter Hautüberschuss lässt sich durch Training jedoch nicht entfernen.

Reicht eine Fettabsaugung an den Oberarmen aus?

Das hängt vom Befund ab. Eine Fettabsaugung reduziert Fettgewebe, entfernt aber keine größeren Hautüberschüsse. Bei deutlich erschlaffter Haut kann eine operative Straffung erforderlich sein, gegebenenfalls in Kombination mit einer Fettabsaugung.

Bleiben nach einer Oberarmstraffung sichtbare Narben zurück?

Ja. Die Narbe kann je nach Umfang des Eingriffs länger ausfallen und beispielsweise an der Innenseite oder Rückseite des Oberarms verlaufen. Wie deutlich sie später sichtbar bleibt, ist individuell verschieden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt nach einer Gewichtsabnahme?

Das Gewicht sollte möglichst stabil sein. Solange sich das Körpergewicht noch deutlich verändert, kann eine spätere Operation besser planbar sein. Der geeignete Zeitpunkt wird individuell festgelegt.

Ist eine Oberarmstraffung nach einer Behandlung mit Abnehmspritzen möglich?

Grundsätzlich kann eine Straffungsoperation auch nach einer medikamentös unterstützten Gewichtsabnahme erwogen werden. Wichtig sind ein stabiler Gesundheitszustand, ein möglichst stabiles Gewicht und eine sorgfältige ärztliche Planung. Sämtliche Medikamente sollten im Beratungsgespräch vollständig angegeben werden.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei rein ästhetischer Motivation in der Regel nicht. In begründeten Einzelfällen kann eine Kostenübernahme geprüft werden, beispielsweise bei dokumentierten krankheitswertigen Beschwerden. Die Entscheidung trifft die Krankenkasse individuell.

Wie lange hält das Ergebnis?

Das Ergebnis kann langfristig bestehen bleiben, wenn das Gewicht stabil bleibt. Der natürliche Alterungsprozess wird durch die Operation jedoch nicht aufgehalten.

Fazit

Eine Oberarmstraffung kann nach einer starken Gewichtsabnahme oder bei ausgeprägter Hauterschlaffung eine deutlich veränderte Oberarmkontur ermöglichen. Der Eingriff sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Er hinterlässt sichtbare Narben und ist mit den allgemeinen sowie eingriffsspezifischen Risiken einer Operation verbunden.

Eine gute Beratung stellt deshalb nicht nur das mögliche Ergebnis in den Vordergrund. Sie erklärt auch die Grenzen des Eingriffs, die zu erwartenden Narben, mögliche Komplikationen und die Anforderungen an die Nachsorge.

Wer eine Oberarmstraffung erwägt, sollte sich an eine entsprechend qualifizierte Fachärztin oder einen entsprechend qualifizierten Facharzt wenden, ausreichend Zeit für die Entscheidung einplanen und sich nicht von pauschalen Versprechen unter Druck setzen lassen.


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Ob eine Oberarmstraffung medizinisch sinnvoll und vertretbar ist, muss im persönlichen Gespräch mit einer entsprechend qualifizierten Ärztin oder einem entsprechend qualifizierten Arzt geklärt werden.

Quellen und weiterführende Informationen

  • American Society of Plastic Surgeons: Arm Lift / Brachioplasty
  • American Society of Plastic Surgeons: Geeignete Kandidatinnen und Kandidaten
  • American Society of Plastic Surgeons: Ablauf des Eingriffs
  • American Society of Plastic Surgeons: Heilungsverlauf und Nachsorge
  • American Society of Plastic Surgeons: Risiken und Patientensicherheit
  • Johns Hopkins Medicine: Brachioplasty
  • Medizinischer Dienst Bund: Begutachtungsleitfaden zu plastisch-chirurgischen Eingriffen und Straffungsoperationen, Stand 2. Dezember 2024
  • DGPRÄC: Hinweise zur Wahl einer qualifizierten Fachärztin oder eines qualifizierten Facharztes