Wenn Patienten ChatGPT nach einem Plastischen Chirurgen fragen, welche Websites entscheiden dann über die Antwort? Der Ästhetik Report hat es gemessen: 11 typische Patientenfragen, drei KI-Systeme, 66 Antworten, 536 ausgewertete Quellenlinks aus 183 Domains.
Die Ergebnisse räumen mit einer verbreiteten Vorstellung auf. Eine universelle Liste von Websites, auf denen jede Praxis stehen muss, existiert nicht. Sichtbar wird, wer für die konkrete Patientenfrage die passende Quelle liefert, auf der eigenen Website oder in der externen Quellenlandschaft.
Der komplette Report ist hier als PDF verfügbar
So wurde untersucht
Für den KI-Sichtbarkeitsatlas Ästhetische Medizin 2026 wurden am 20. und 21. Juli 2026 elf typische Patientenfragen an drei Systeme gestellt: ChatGPT mit Websuche, Claude mit Websuche und Google AI Mode. Die Fragen deckten Arztsuche, Kliniksuche, Qualifikation, Kosten, Risiken, Komplikationen, Herstellervergleich, Methodenvergleich und Patientenerfahrungen ab. Jede Frage lief zweimal pro System, insgesamt entstanden 66 Antworten. Je Antwort wurden maximal die ersten zehn angegebenen Quellen erfasst, insgesamt 536 Quellenlinks.
Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um eine orientierende Stichprobe, nicht um eine repräsentative Studie. KI-Antworten schwanken zwischen Durchläufen, die Themenauswahl hat einen Schwerpunkt auf Brustchirurgie, und eine häufige Zitierung belegt keine kausale Wirkung einzelner Maßnahmen.
Die Quellenlandschaft: Praxiswebsites vorn, Institutionen dicht dahinter
| Quellentyp | Links | Anteil |
|---|---|---|
| Praxis- und Klinikwebsites | 198 | 36,9 % |
| Fachgesellschaften und Berufsverbände | 80 | 14,9 % |
| Verzeichnisse, Bewertungen und Vermittlung | 77 | 14,4 % |
| Fach- und Gesundheitsmedien | 57 | 10,6 % |
| Behörden, Register und Recht | 48 | 9,0 % |
| Wissenschaft und Fachliteratur | 41 | 7,6 % |
| Social Media und Video | 24 | 4,5 % |
| Hersteller und Corporate | 11 | 2,1 % |
Der Durchschnitt verdeckt allerdings die Konzentration. Die 198 Links der größten Kategorie verteilen sich auf sehr viele einzelne Praxisdomains: Von den 183 Domains der Untersuchung erschienen 100 nur in einer einzigen Antwort. Kleinere Quellentypen bündeln ihren Anteil dagegen auf wenige, wiederholt zitierte Domains. Für einzelne Anbieter ist deshalb weniger die Größe eines Quellentyps entscheidend als die Frage, welche konkreten Domains dort über mehrere Fragen hinweg zitiert werden.
Drei KI-Systeme, drei Quellenprofile
| Kennzahl | ChatGPT | Claude | Google AI Mode |
|---|---|---|---|
| Quellenlinks gesamt | 179 | 145 | 212 |
| Links je Antwort (Durchschnitt) | 8,1 | 6,6 | 9,6 |
| Unterschiedliche Domains | 71 | 86 | 96 |
| Anteil institutionelle Quellen | 62,6 % | 27,6 % | 8,0 % |
| Anteil Praxis- und Klinikseiten | 14,5 % | 41,4 % | 52,8 % |
| Anteil Social Media und Video | 0,6 % | 0,7 % | 10,4 % |
ChatGPT sichert sich institutionell ab: Fachgesellschaften, Behörden und Fachliteratur stellen fast zwei Drittel der Links, die häufigste Domain war dgpraec.de in 16 von 22 Antworten. Google AI Mode folgt der sichtbaren Weblandschaft, mehr als die Hälfte der Links stammt von Praxis- und Klinikseiten, YouTube erschien in 11 von 22 Antworten und in keinem der beiden anderen Systeme. Claude mischt beide Welten und zeigte zugleich die geringste Wiederholungsstabilität zwischen den Durchläufen: Die durchschnittliche Quellenüberschneidung beider Läufe lag bei Claude bei 23,8 Prozent, bei ChatGPT bei 34,7 Prozent und bei Google AI Mode bei 47,1 Prozent.
Für Praxen bedeutet das: Eine Strategie, die nur ein einzelnes KI-System berücksichtigt, greift zu kurz. Überprüfbare Qualifikationen und Präsenz in fachlich etablierten Quellen zahlen vor allem auf ChatGPT ein, klar fokussierte Behandlungsseiten und Video-Assets auf Google AI Mode, eine breite konsistente externe Präsenz auf Claude.
Die sichtbarsten Domains der Stichprobe
| Domain | Kategorie | In Antworten (von 66) |
|---|---|---|
| dgpraec.de | Fachgesellschaft | 21 |
| dgaepc.de | Fachgesellschaft | 15 |
| mybody.de | Verzeichnis und Vermittlung | 13 |
| pubmed.ncbi.nlm.nih.gov | Wissenschaft | 12 |
| youtube.com | Social Media und Video | 11 |
| aesthetik-report.de | Fach- und Gesundheitsmedien | 11 |
| klinik-am-ring.de | Praxis und Klinik | 10 |
| fda.gov | Behörde (USA) | 9 |
| bfarm.de | Behörde | 9 |
| estheticon.de | Bewertungsportal | 9 |
| jameda.de | Bewertungsportal | 8 |
| infomedizin.de | Fach- und Gesundheitsmedien | 7 |
| koe-klinik.de | Praxis und Klinik | 7 |
Diese Rangliste ist keine allgemeingültige Empfehlungsliste. Sie hängt stark von den elf untersuchten Fragen ab. Auffällig ist die Bandbreite: Unter den 13 sichtbarsten Domains finden sich Fachgesellschaften, Behörden, Bewertungsportale, Fachmedien, Klinikwebsites, ein Verzeichnis, eine Videoplattform und eine wissenschaftliche Datenbank. Genau aus dieser Mischung werden KI-Antworten in der ästhetischen Medizin gebaut.
Die Quelle folgt der Patientenfrage
Der aussagekräftigste Befund der Untersuchung: Je nach Suchintention dominieren völlig andere Quellentypen.
| Suchintention | Dominierender Quellentyp | Anteil |
|---|---|---|
| Lokale Arztsuche (Berlin, München, Hamburg) | Praxis- und Klinikwebsites | 51 bis 61 % |
| Überregionale Kliniksuche | Praxis- und Klinikwebsites | 42,9 % |
| Qualifikation und Vertrauen | Fachgesellschaften und Verbände | 46,0 % |
| Kosten | Praxis- und Klinikwebsites | 44,4 % |
| Risiken | Behörden, Register und Recht | 39,1 % |
| Konkrete Komplikation (Kapselfibrose) | Praxis- und Klinikwebsites | 40,0 % |
| Herstellervergleich | Fach- und Gesundheitsmedien | 32,7 % |
| Methodenvergleich | Wissenschaft und Fachliteratur | 34,7 % |
| Patientenerfahrungen (namentliche Suche) | Verzeichnisse und Bewertungen | 72,2 % |
Bei der Kostenfrage erschien mybody.de in allen sechs Antworten. Bei der Risikofrage zu Brustimplantaten war das BfArM in allen sechs Antworten vertreten, die FDA in fünf. Bei der namentlichen Erfahrungsfrage zu einem Arzt stammten 72,2 Prozent der Quellen aus Bewertungs- und Verzeichnisportalen, Estheticon erschien in allen sechs Antworten. Wer Sichtbarkeit plant, plant deshalb am besten entlang konkreter Patientenfragen und nicht entlang einzelner Kanäle.
Was Praxen daraus ableiten können
Die Ergebnisse sprechen für zwei Ebenen, die zusammenwirken. Die eigene Website liefert Tiefe: eindeutige Arztseiten mit vollständigem Facharzttitel, eigenständige Seiten für zentrale Suchintentionen wie Kosten, Risiken und konkrete Komplikationen, transparente Angaben zu Grenzen und Alternativen, klare Struktur mit Kurzantworten, FAQ und sichtbarer Verantwortlichkeit. Externe Quellen liefern Bestätigung: vollständige Fachgesellschaftsprofile, konsistente Verzeichniseinträge, professionell begleitete Bewertungslandschaften und redaktionelle Erwähnungen in passenden Fachumfeldern.
In der Stichprobe wurden wiederholt Anbieter sichtbar, die für wichtige Suchintentionen eigene, klar benannte Seiten pflegen. Die Klinik am Ring erschien beispielsweise mit eigenständigen Seiten zu Facelift, Brustimplantaten und Kapselfibrose in zehn Antworten über vier Fragen und alle drei Systeme hinweg. Auch spezifische redaktionelle Einzelseiten können sichtbar werden: Eine Marktübersicht zu Implantatherstellern auf aesthetik-report.de wurde bei der Herstellerfrage in fünf von sechs Antworten zitiert. Eine ausführliche Einordnung mit Checklisten und Priorisierung enthält der vollständige Report.
Wer tiefer in die Optimierung der eigenen Praxis-Sichtbarkeit einsteigen möchte, findet im Beitrag zur KI-Sichtbarkeit für Schönheitschirurgen (GEO) die praktische Anleitung. Der Atlas liefert dazu die Datengrundlage.
Grenzen der Untersuchung
Die Stichprobe bildet zwei Erhebungstage ab, Modellversionen und Suchmechanismen ändern sich. Die Frage zu einem namentlich genannten Arzt war eine bewusst gewählte Fallstudie zu einer vorhandenen redaktionellen Profilseite. Einzelne Antworten des ersten Claude-Durchlaufs können durch vorhandenen Nutzerkontext beeinflusst worden sein. Die medizinische Qualität der 536 verlinkten Seiten wurde nicht einzeln geprüft, Sichtbarkeit ist kein Qualitätsurteil. Zitierung zeigt Korrelation, keine Kausalität.
Report als PDF
Der vollständige KI-Sichtbarkeitsatlas Ästhetische Medizin 2026 mit allen Grafiken, Fallbeispielen und einer priorisierten Maßnahmenliste steht hier als PDF zur Verfügung. Die Grafiken des Reports dürfen mit Quellenangabe und Link auf diese Seite frei verwendet werden.
Häufige Fragen
Welche Quellen nutzt ChatGPT bei Fragen zur ästhetischen Medizin?
In unserer Stichprobe stützte sich ChatGPT zu 62,6 Prozent auf institutionelle Quellen, vor allem Fachgesellschaften wie DGPRÄC und DGÄPC, Behörden wie BfArM und FDA sowie wissenschaftliche Datenbanken wie PubMed. Praxiswebsites spielten mit 14,5 Prozent eine deutlich kleinere Rolle als bei Google AI Mode.
Wie unterscheiden sich ChatGPT, Claude und Google AI Mode bei der Arztsuche?
ChatGPT begründet Empfehlungen bevorzugt mit Fachgesellschaften und Fachliteratur, Google AI Mode zitiert überwiegend Praxis- und Klinikwebsites und als einziges System regelmäßig YouTube-Videos, Claude nutzt einen gemischten Quellenansatz mit der größten Schwankung zwischen einzelnen Abfragen.
Wie wird meine Praxis in KI-Antworten sichtbar?
Die Stichprobe zeigt zwei wiederkehrende Muster: eine eigene Website, die konkrete Patientenfragen zu Kosten, Risiken, Ablauf und Komplikationen vollständig und strukturiert beantwortet, und externe Bestätigung über Fachgesellschaftsprofile, Verzeichnisse, Bewertungsportale und redaktionelle Erwähnungen. Welche externen Quellen zählen, hängt von der Suchintention ab.
Garantiert ein Verzeichniseintrag oder strukturiertes Markup eine Nennung durch KI-Systeme?
Nein. Die Untersuchung zeigt Korrelationen zwischen Quellentypen und Suchintentionen, aber keine Maßnahme garantiert eine Nennung. KI-Antworten schwanken selbst bei identischen Fragen zwischen einzelnen Durchläufen erheblich.
Warum zitieren KI-Systeme Fachgesellschaften so häufig?
Fachgesellschaften bündeln überprüfbare Informationen zu Qualifikation und Facharztstatus. Bei der Frage, woran man einen seriösen Arzt erkennt, stellten DGPRÄC, DGÄPC und VDÄPC zusammen den größten Teil der zitierten Quellen. dgpraec.de war mit 21 von 66 Antworten die insgesamt sichtbarste Domain der Untersuchung.
Was ist der KI-Sichtbarkeitsatlas Ästhetische Medizin?
Eine Datenauswertung des Ästhetik Reports, die misst, welche Quellen ChatGPT, Claude und Google AI Mode bei typischen Patientenfragen zur ästhetischen Medizin zitieren. Die Erhebung 2026 umfasst 11 Fragen, 66 Antworten und 536 Quellenlinks aus 183 Domains.
Transparenzhinweis: Der Ästhetik Report bietet Ärztinnen und Ärzten redaktionelle Profile an. Die Untersuchung wurde unabhängig davon durchgeführt, die Methodik und ihre Grenzen sind im Report vollständig dokumentiert. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Marketing- oder Rechtsberatung.
Quellen: Eigene Untersuchung des Ästhetik Reports, Erhebung am 20. und 21. Juli 2026 (11 Patientenfragen, ChatGPT und Claude jeweils mit Websuche sowie Google AI Mode, zwei Durchläufe je Frage und System, 66 Antworten, maximal die ersten zehn Quellen je Antwort, 536 Quellenlinks, 183 Domains). Vollständiger Report: KI-Sichtbarkeitsatlas Ästhetische Medizin 2026, Ästhetik Report, 2026.

