DGÄPC Statistik 2026: Zwischenstand zeigt Brustchirurgie als prägendes Feld bei jungen Patientinnen

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie hat einen Zwischenstand ihrer laufenden Patientenbefragung veröffentlicht. Bei Frauen zwischen 18 und 30 Jahren entfällt mehr als die Hälfte der bislang erfassten Operationen auf die Brust. Die vollständigen Zahlen folgen am 9. Oktober in Rottach-Egern.

Auf einen Blick

ErhebungDGÄPC Statistik 2026, Patientenbefragung in Mitgliedspraxen
DatenstandBehandlungen bis Ende Juli 2026 (Zwischenstand)
Erhebungszeitraumläuft noch bis Anfang Oktober 2026
Brustchirurgie, Frauen 18 bis 30 Jahre52,8 Prozent der erfassten Operationen
Brustchirurgie, alle Altersgruppen35,4 Prozent der operativen Eingriffe
Verjüngende Maßnahmen im Gesicht53,5 Prozent aller erfassten Behandlungen
Botulinum und Filler bei 18 bis 30 Jahrenjeweils rund 5 Prozent
Veröffentlichung der Vollfassung9. Oktober 2026, 54. Jahrestagung der DGÄPC
Erhebungsjahr18. Auflage der Befragung

Brustchirurgie dominiert bei den unter 30-Jährigen

Nach den bis Ende Juli 2026 gemeldeten Behandlungen betreffen 52,8 Prozent der Operationen bei Frauen zwischen 18 und 30 Jahren die Brust. Die DGÄPC nennt drei Eingriffe als die häufigsten dieser Altersgruppe: Brustvergrößerungen mit Implantaten mit 14,9 Prozent, Brustverkleinerungen mit 14,4 Prozent und Bruststraffungen mit 12,6 Prozent. Die Fachgesellschaft schlüsselt in ihrer Mitteilung nicht auf, welche Verfahren die verbleibenden rund elf Prozentpunkte innerhalb der Brustchirurgie ausmachen.

Über alle Altersgruppen hinweg bleibt die Brustchirurgie mit 35,4 Prozent das größte operative Behandlungsfeld. Auffällig entwickelt sich nach Angaben der DGÄPC vor allem die Nachfrage nach Bruststraffungen. Diese Beobachtung deckt sich mit dem Befund aus der Vorjahresstatistik, in der die Bruststraffung erstmals vor der Brustvergrößerung lag.

DGÄPC-Präsidentin Dr. Michaela Montanari, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Bochum, ordnet den Zwischenstand so ein, dass junge Patientinnen differenzierte Erwartungen an die Brustchirurgie mitbringen. Verkleinerung und Straffung stünden inzwischen ähnlich häufig im Vordergrund wie die Vergrößerung. Ziel sei jeweils eine zur eigenen Anatomie passende Lösung. Diesen Wandel könnten sie und ihre Kollegen im Praxisalltag bestätigen.

Minimalinvasive Gesichtsbehandlungen spielen bei jungen Erwachsenen eine kleine Rolle

Bemerkenswert ist ein Befund, der der medialen Wahrnehmung widerspricht: Bei den 18- bis 30-Jährigen machen Botulinumbehandlungen und Faltenunterspritzungen nach bisherigem Stand jeweils lediglich rund fünf Prozent der Behandlungen aus. Die öffentliche Debatte über sehr junge Patientinnen und präventive Injektionen bildet damit zumindest in diesem Datensatz nicht das ab, was in den Mitgliedspraxen tatsächlich nachgefragt wird.

Für die Bewertung ist die Grundgesamtheit wichtig. Die DGÄPC erhebt die Behandlungswünsche von Patientinnen und Patienten, die eine Mitgliedspraxis aufsuchen. Behandlungen außerhalb dieses Kreises, etwa in Kosmetikstudios, bei Anbietern ohne fachärztliche Qualifikation oder im Ausland, sind darin nicht enthalten. Rückschlüsse auf den Gesamtmarkt der minimalinvasiven Ästhetik lassen die Zahlen deshalb nur eingeschränkt zu.

Gesichtsverjüngung bestimmt die Nachfrage über alle Altersgruppen

In der Gesamtzielgruppe der 18- bis über 80-Jährigen entfallen nach den vorliegenden Daten 53,5 Prozent aller Behandlungen auf verjüngende Maßnahmen im Gesicht. Als besonders häufig nennt die DGÄPC Oberlidstraffungen, Botulinumbehandlungen, Faltenunterspritzungen und Faceliftings. Der positive Trend beim Facelifting setzt sich nach aktuellem Stand fort.

Zu beachten ist, dass die beiden zentralen Anteilswerte unterschiedliche Bezugsgrößen haben. Die 35,4 Prozent für die Brustchirurgie beziehen sich auf operative Eingriffe, die 53,5 Prozent für die Gesichtsverjüngung auf alle erfassten Behandlungen einschließlich minimalinvasiver Verfahren. Die Werte sind daher nicht direkt gegeneinander zu rechnen.

Montanari beschreibt die Erwartungshaltung dahingehend, dass viele Patientinnen und Patienten ein frisches und authentisches Erscheinungsbild anstreben statt eines sichtbar veränderten Gesichts. Die Planung werde individueller, minimalinvasive und operative Verfahren würden häufig kombiniert.

Für die Praxis bedeutet das eine Verschiebung im Beratungsgespräch. Wer Oberlidstraffung, Botulinumtoxin und Liftingverfahren als aufeinander abgestimmte Optionen darstellen kann, trifft die beschriebene Erwartungshaltung eher als eine Beratung, die einzelne Verfahren isoliert anbietet. Zur Abgrenzung der chirurgischen Techniken haben wir den Vergleich von SMAS- und Deep-Plane-Facelift sowie eine Übersicht zur Oberlidstraffung veröffentlicht.

Was der Zwischenstand leisten kann und was nicht

Die DGÄPC Statistik erscheint 2026 zum 18. Mal und zählt zu den größten regelmäßigen Erhebungen zu Behandlungswünschen in der ästhetisch-plastischen Chirurgie in Deutschland. Sie ist eine Patientenbefragung in Mitgliedspraxen und keine Vollerhebung des Marktes.

Beim vorliegenden Sommerupdate kommt hinzu, dass die Datenerhebung noch bis Anfang Oktober läuft. Die Anteilswerte können sich bis zur Vollfassung verschieben. Saisonale Effekte sind bei einem Datenstand, der die Sommermonate nur teilweise abbildet, nicht auszuschließen. Die DGÄPC selbst bezeichnet die Zahlen ausdrücklich als Zwischenstand und Ausblick.

Termin: Vollfassung am 9. Oktober in Rottach-Egern

Die vollständigen Ergebnisse der DGÄPC Statistik 2026 werden im Rahmen der 54. Jahrestagung der DGÄPC und des 5. German Brazilian Aesthetic Meeting vorgestellt. Die Pressekonferenz findet am Freitag, 9. Oktober 2026, von 11.15 bis 12.15 Uhr in Rottach-Egern am Tegernsee statt und wird hybrid durchgeführt. Eine Akkreditierung ist über die Pressestelle der Fachgesellschaft möglich.

Der Ästhetik Report wird die Vollfassung auswerten und die Entwicklung gegenüber den Vorjahreszahlen einordnen.

Häufige Fragen

Was ist die DGÄPC Statistik? Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie befragt seit 2008 jährlich Patientinnen und Patienten in ihren Mitgliedspraxen zu Behandlungswünschen, Motiven und durchgeführten Eingriffen. Die Erhebung 2026 ist die 18. Auflage.

Wann erscheint die vollständige DGÄPC Statistik 2026? Die Vollfassung wird am 9. Oktober 2026 im Rahmen der 54. Jahrestagung der DGÄPC in Rottach-Egern vorgestellt. Die Datenerhebung läuft bis Anfang Oktober.

Welche Eingriffe sind bei Frauen zwischen 18 und 30 Jahren am häufigsten? Nach dem Zwischenstand entfallen 52,8 Prozent der Operationen dieser Altersgruppe auf die Brustchirurgie. Am häufigsten sind Brustvergrößerungen mit Implantaten (14,9 Prozent), Brustverkleinerungen (14,4 Prozent) und Bruststraffungen (12,6 Prozent).

Lassen junge Erwachsene besonders häufig Botox spritzen? Der Zwischenstand stützt diese Annahme nicht. Botulinumbehandlungen und Faltenunterspritzungen machen bei den 18- bis 30-Jährigen jeweils rund fünf Prozent der erfassten Behandlungen aus. Die Erhebung erfasst allerdings nur Behandlungen in DGÄPC-Mitgliedspraxen.

Wie belastbar sind die Zahlen? Es handelt sich um einen Zwischenstand einer noch laufenden Befragung mit Datenstand Ende Juli 2026. Die Anteilswerte können sich bis zur Vollfassung verändern. Die Erhebung bildet zudem ausschließlich das Patientenaufkommen in Mitgliedspraxen der Fachgesellschaft ab und ist keine Vollerhebung des deutschen Marktes für ästhetische Medizin.

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC): Pressemitteilung „DGÄPC Statistik 2026: Jede zweite Operation bei jungen Patientinnen betrifft die Brust“, Köln, August 2026, übermittelt durch news aktuell
  • DGÄPC: Informationen zur 54. Jahrestagung und zum 5. German Brazilian Aesthetic Meeting, 9. und 10. Oktober 2026, Seeforum Rottach-Egern
  • DGÄPC Statistik 2025, veröffentlicht November 2025

Hinweis

Dieser Beitrag gibt einen Zwischenstand einer laufenden Erhebung wieder und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob ein Eingriff medizinisch sinnvoll ist, lässt sich nur im persönlichen Beratungsgespräch beurteilen.