Nach Monaten eingeschränkter Verfügbarkeit konkretisiert sich der Neustart von HYLASE® Dessau. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinum- und Fillertherapie e. V. sollen erste begrenzte Mengen bereits ab Juli oder August 2026 verfügbar werden. Zunächst ist eine medizinisch priorisierte Abgabe vorgesehen.
Aktualisiert am 14. Juli 2026: Dieser Beitrag wurde erstmals am 28. Mai 2026 veröffentlicht und nach neuen Angaben der DGBT umfassend überarbeitet.
Wiederverfügbarkeit zunächst in begrenzten Mengen
HYLASE® Dessau soll nach Angaben der DGBT bereits ab Juli oder August 2026 schrittweise wieder verfügbar werden. Da zunächst nur begrenzte Mengen bereitgestellt werden können, soll die Abgabe nach medizinischer Priorisierung erfolgen.
Arztpraxen und Kliniken mit entsprechendem Bedarf können sich laut DGBT direkt an die Kadima MED GmbH wenden. Hierfür wurde die E-Mail-Adresse priorisierung@hylase.de eingerichtet.
Langfristig soll das Präparat wieder flächendeckend verfügbar gemacht werden.
Kadima MED übernimmt die Zulassungsrechte
Die Zulassung für HYLASE® Dessau wurde von der Kadima MED GmbH übernommen. Nach Angaben des Unternehmens wird bereits seit mehr als einem Jahr in den Aufbau einer neuen Produktion in Deutschland investiert.
Künftig sollen sowohl der Wirkstoff als auch das fertige Arzneimittel vollständig in Deutschland hergestellt werden. Damit soll nach Unternehmensangaben die Grundlage für eine verlässliche Versorgung und hohe Qualitätsstandards geschaffen werden.
Neben den deutschen Zulassungsrechten hat Kadima MED auch die internationalen Rechte an HYLASE® Dessau übernommen. Perspektivisch soll das Präparat daher auch in weiteren Märkten wieder angeboten werden.
Produktion startet mit der Wirkstärke 150 I.E.
Beim Wiederaufbau der Produktion liegt der Schwerpunkt zunächst auf HYLASE® Dessau mit der Wirkstärke 150 I.E. Nach Angaben von Kadima MED wird diese Stärke in der Praxis am häufigsten eingesetzt.
Weitere Wirkstärken sollen folgen. Der konkrete Zeitplan hängt laut Unternehmen allerdings von verschiedenen technischen Voraussetzungen beim Aufbau der Produktion ab.
Bedeutung für das Filler-Komplikationsmanagement
Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbauen kann. In der ästhetischen Medizin wird sie insbesondere beim Umgang mit Komplikationen nach Behandlungen mit Hyaluronsäurefillern eingesetzt.
Eine besondere Bedeutung hat Hyaluronidase nach Angaben der DGBT bei vaskulären Filler-Komplikationen. Dabei kann injizierte Hyaluronsäure den Blutfluss in einem Gefäß beeinträchtigen. In solchen seltenen Fällen sind eine schnelle Einschätzung und ein strukturiertes ärztliches Vorgehen erforderlich.
Die geplante Wiederverfügbarkeit von HYLASE® Dessau kann daher nach Einschätzung der Fachgesellschaft zur Versorgungssicherheit und zum Komplikationsmanagement in der ästhetischen Medizin beitragen.
„Die Versorgung mit Hyaluronidase ist ein wichtiger Baustein für die Patientensicherheit in der ästhetischen Medizin“, erklärt DGBT-Präsident Dr. Said Hilton. Entscheidend bleibe, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte auch bei seltenen Komplikationen schnell, strukturiert und verantwortungsvoll handeln könnten.
DGBT und ISAC intensivieren Zusammenarbeit
Die DGBT begleitet die Entwicklung nach eigenen Angaben gemeinsam mit internationalen Fachkolleginnen und Fachkollegen sowie der International Society for Aesthetic Competence, kurz ISAC.
DGBT und ISAC wollen aktuelle Entwicklungen bewerten, Erfahrungen aus der Praxis bündeln und Handlungsempfehlungen für ein sicheres Komplikationsmanagement erarbeiten. Federführend begleiten Dr. Klaus Hoffmann für die DGBT und Dr. Tanja Fischer für die ISAC den fachlichen Austausch.
Ergänzend sind weiterhin Webinare und Fortbildungsangebote vorgesehen. Die DGBT kündigte an, ihre Mitglieder über die Verfügbarkeit, die Bestellmöglichkeiten und die praktische Anwendung von HYLASE® Dessau zu informieren.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinum- und Fillertherapie e. V. vom 14. Juli 2026.

