DGÄPC-Statistik 2026: Was die Zahlen für Praxen bedeuten

Die Oberlidstraffung führt 2026 das Gesamtranking der DGÄPC-Befragung an. Ihr Prozentwert sinkt zwar, der bisherige Spitzenreiter Botulinumtoxin verliert jedoch stärker, und auch Faltenunterspritzungen werden anteilig seltener genannt. Operative Gesichtsliftings erreichen als Summe der Prozentwerte 12,6 Prozent, bei den 18- bis 30-Jährigen dominiert die Brustchirurgie, und der Anteil der Befragten mit einem durch Posts anderer verstärkten Veränderungswunsch sinkt leicht. Was die Zahlen belegen, wo ihre Grenzen liegen und was Praxen daraus für Beratung, Kapazitäten und Kommunikation ableiten können.

BereichDetails
QuelleDGÄPC Statistik 2025/2026, 18. Auflage; Vorstellung am 9. Oktober 2026 zur 54. Jahrestagung in Rottach-Egern
Methodeanonyme, standardisierte Patientenbefragung in Praxen und Kliniken von DGÄPC-Mitgliedern (niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie)
ErhebungszeitraumOktober 2025 bis Oktober 2026 (Angabe der DGÄPC)
Teilnehmende3.637 (Vorjahr: 4.548); 79,5 % Frauen, 13,7 % Männer, 0,2 % divers, 6,6 % ohne Angabe
Platz 1 gesamtOberlidstraffung 11,7 %, vor Botulinumtoxin 11,3 % und Faltenunterspritzung 8,7 %
Liftingchirurgie Gesicht12,6 % als Summe der Prozentwerte für Face-, Hals-, Stirn- und Augenbrauenlifting (2025: 10,0 %; 2024: 7,2 %)
Durchschnittsalter44,9 Jahre (2025: 44,5; 2016: 42,1)
Social Media12,8 % aller Befragten geben einen durch Posts anderer verstärkten Veränderungswunsch an (2025: 14,0 %); bei den 18- bis 30-Jährigen 20,2 % (2025: 23,8 %)
Wichtige EinschränkungPatientenbefragung in Mitgliedspraxen, keine repräsentative Markt-, OP- oder Kapazitätsstatistik; Mehrfachnennungen möglich; Prozentwerte sind kein Maß für absolute Behandlungszahlen

Was die Statistik misst und was nicht

Die DGÄPC befragt seit 18 Jahren Personen, die in der Praxis oder Klinik eines Mitglieds eine Beratung oder einen Termin vereinbart haben. Der Fragebogen kombiniert jährlich gleichbleibende Fragen mit wechselnden Schwerpunkten. In diesem Jahr waren das der Einfluss von Social Media und KI sowie die Motivation für Behandlungen.

Für die Auswertung gelten Einschränkungen, die die DGÄPC selbst benennt. Die Prozentwerte können in Summe über 100 Prozent liegen, weil Patientinnen und Patienten mehrere Behandlungen nennen, und darunter, weil Angaben fehlen. Die Zahl der abgefragten Behandlungen ist über die Jahre gewachsen, deshalb sind rückblickende Vergleiche nicht für alle Bereiche möglich. Die Angaben beruhen auf Selbstauskunft. Außerdem erfasst die Statistik befragte Patientinnen und Patienten in Praxen und Kliniken der DGÄPC-Mitglieder. Behandlungen bei anderen Anbietern fehlen. Die DGÄPC hält deshalb ausdrücklich fest, dass ihre Zahlen nicht die gesamte Marktnachfrage abbilden.

Die Teilnehmerzahl ist gegenüber dem Vorjahr gesunken (3.637 nach 4.548). Zugleich veröffentlicht die Broschüre keine Rücklaufquote, keine Angaben zur Konstanz der teilnehmenden Praxen und keine exakten Fallzahlen für die einzelnen Untergruppenauswertungen. Für die 18- bis 30-Jährigen und die Männer sind nur die Anteile an der Gesamtstichprobe angegeben (16,4 % und 13,7 %). Jahresunterschiede lassen sich deshalb beschreiben, aber nicht ohne Weiteres als Veränderungen der Nachfrage deuten. Steigende Prozentwerte sind nicht gleichbedeutend mit steigenden absoluten Behandlungszahlen oder einem wachsenden OP-Volumen.

Das Gesamtranking: Warum die Oberlidstraffung vorn liegt

Über alle Altersgruppen führt 2026 die Oberlidstraffung mit 11,7 Prozent. Dahinter folgen Botulinumtoxin (11,3 %), Faltenunterspritzung (8,7 %), Brustvergrößerung mit Implantat (8,6 %) und Bruststraffung (8,5 %). Auf den Plätzen sechs bis neun stehen Brustverkleinerung (8,1 %), Fettabsaugung (6,8 %), Bauchdeckenstraffung (5,7 %) und Facelifting (5,6 %).

Entscheidend für die Einordnung ist die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil der Oberlidstraffung ist von 12,8 auf 11,7 Prozent gesunken. Platz eins ergibt sich, weil Botulinumtoxin stärker verloren hat, nämlich von 13,8 auf 11,3 Prozent. Das hält auch die DGÄPC in ihrer Pressemitteilung so fest.

Behandlung, veröffentlichter Prozentwert202420252026
Oberlidstraffung14,0 %12,8 %11,7 %
Botulinumtoxin14,0 %13,8 %11,3 %
Faltenunterspritzung13,0 %10,5 %8,7 %
Brustvergrößerung mit Implantat9,9 %7,8 %8,6 %
Bruststraffungin den Top 5 nicht ausgewiesen8,1 %8,5 %
Fettabsaugung8,5 %8,7 %6,8 %
Liftingchirurgie Gesicht, Summe der Prozentwerte7,2 %10,0 %12,6 %

Quelle: DGÄPC Statistik 2026, Seiten 6, 7 und 20; Pressemitteilung vom 9. Oktober 2026. Die Fettabsaugung belegte 2022 mit 12,6 Prozent noch Platz drei (DGÄPC Statistik 2026, Seite 7).

Brustvergrößerung mit Implantat (7,8 auf 8,6 %) und Bruststraffung (8,1 auf 8,5 %) legen leicht zu. Die Fettabsaugung verliert gegenüber 2025 1,9 Prozentpunkte. Die Broschüre liefert dafür keine Erklärung, und aus den vorliegenden Daten lässt sich keine ableiten.

Gesichtsliftings: 12,6 Prozent als Summe der Prozentwerte

Die DGÄPC fasst Facelifting (5,6 %), Halslifting (3,9 %), Stirnlifting (1,3 %) und Augenbrauenlifting (1,8 %) zusammen und kommt auf 12,6 Prozent. Die Rechnung geht auf. Es handelt sich um eine Summe veröffentlichter Prozentwerte. Wegen möglicher Mehrfachnennungen ist sie nicht als Anteil unterschiedlicher Personen zu verstehen, die einen Lifting-Eingriff wünschen. Gegenüber 2024 (7,2 %) entspricht das einem Plus von 5,4 Prozentpunkten in zwei Jahren.

Die DGÄPC führt das auf zwei Faktoren zurück: das steigende Durchschnittsalter und eine Verschiebung weg von Injektionen hin zu chirurgischen Lösungen. Für die Verschiebung zur Chirurgie liefert die Statistik einen Hinweis. Ein strenger Beleg fehlt, denn die Befragung erfasst keinen Wechsel zwischen Verfahren. In der Altersgruppe der 61- bis 70-Jährigen liegt die Oberlidstraffung bei 23,4 Prozent, das Facelifting bei 11,4 Prozent und das Halslifting bei 9,7 Prozent. Wer sich zu den Techniken informieren möchte, findet bei uns die Beiträge zum Deep Plane Facelift und zum Vergleich SMAS-Facelift und Deep Plane Facelift.

Injektionen: Rückgang in der Facharztstichprobe, keine Aussage zum Gesamtmarkt

Die veröffentlichten Prozentwerte für Botulinumtoxin und Faltenunterspritzungen ergeben addiert 27,0 Prozent für 2024, 24,3 Prozent für 2025 und 20,0 Prozent für 2026 (eigene Addition). Diese Summen beschreiben die Entwicklung der beiden Behandlungskategorien. Wegen möglicher Mehrfachnennungen sind sie nicht als Anteil unterschiedlicher Personen mit einem Injektionswunsch zu verstehen. Innerhalb der DGÄPC-Befragung ist der Rückgang deutlich.

Die DGÄPC warnt selbst vor einer Überinterpretation. Minimalinvasive Behandlungen würden heute von einem größeren Spektrum ärztlicher Anbieter und zunehmend in größeren Anbieterstrukturen erbracht, auch bei Beautyketten und bei Ärztinnen und Ärzten anderer Fachrichtungen. Sinkende Anteile innerhalb der DGÄPC könnten deshalb auch eine Verlagerung in andere Marktsegmente widerspiegeln. Wie groß dieser Effekt ist, lässt sich aus der Statistik nicht ablesen. Auf das Thema Fehlbehandlungen in diesem Segment geht unser Beitrag Filler-Komplikationen erkennen und managen ein.

Patientenstruktur: älter, etwas männlicher

Das Durchschnittsalter steigt auf 44,9 Jahre, ein neuer Höchstwert in der veröffentlichten Reihe seit 2016. Größte Gruppe sind die 31- bis 40-Jährigen (22,6 %), gefolgt von den 41- bis 50-Jährigen (20,8 %). Der Anteil der unter 30-Jährigen liegt unverändert bei 16,4 Prozent.

Der Männeranteil steigt auf 13,7 Prozent (2025: 11,4 %), der Frauenanteil sinkt auf 79,5 Prozent (2025: 83,6 %). Zum Vergleich zeigt die Zehnjahresgrafik der Broschüre für 2017 einen Männeranteil von 17,5 Prozent. Bei den Männern führt die Oberlidstraffung (11,7 %) vor der Gynäkomastiebehandlung (10,9 %) und der Haartransplantation (9,9 %), die neu unter den ersten drei steht. Bei den Frauen liegt Botulinumtoxin mit 12,1 Prozent vor der Oberlidstraffung (11,9 %); Brustvergrößerung mit Implantat (10,3 %), Bruststraffung (10,2 %) sowie Faltenunterspritzung und Brustverkleinerung (je 9,3 %) folgen eng beieinander.

18 bis 30 Jahre: Brustchirurgie vorn, Intimkorrektur fällt zurück

Die DGÄPC bezeichnet diese Gruppe als U30, beschriftet die Grafiken aber mit 18 bis 30 Jahren. Bei den 18- bis 30-Jährigen belegen Brustoperationen die ersten drei Plätze: Brustvergrößerung mit Implantat (14,5 %), Brustverkleinerung (11,5 %) und Bruststraffung (10,5 %). Botulinumtoxin und Intimkorrektur folgen mit je 6,7 Prozent. Die Intimkorrektur ist damit gegenüber dem Vorjahr (11,8 %) deutlich zurückgegangen, Botulinumtoxin von 8,7 auf 6,7 Prozent.

Die DGÄPC wertet das als Hinweis auf langjährige körperliche Belastungen. Nach Angaben der DGÄPC in der Pressemitteilung geben 42,1 Prozent der unter 30-Jährigen an, seit mehr als drei Jahren unter ihrem Problem zu leiden, weitere 23,2 Prozent „seit ich denken kann“. Das sind zusammen rund zwei Drittel. Zu beachten ist, dass es sich um Selbstauskünfte handelt und dass die Brustchirurgie in dieser Gruppe auch zuvor schon vorn lag (2025: Brustvergrößerung 14,8 %, Brustverkleinerung 13,1 %). Eine lange Belastungsdauer schließt Einflüsse sozialer Medien nicht aus. Deren Bedeutung für einzelne Behandlungswünsche lässt sich aus diesen Werten nicht bestimmen.

Social Media: Anteil sinkt leicht, liegt aber über dem Niveau von 2021

12,8 Prozent aller Befragten stimmen der Aussage zu, dass Posts anderer ihren Wunsch nach einer persönlichen Veränderung verstärken. Bei den 18- bis 30-Jährigen sind es 20,2 Prozent. Beide Werte liegen unter denen des Vorjahres, aber deutlich über denen von 2021. Gemessen wird diese eine Aussage. Sie erfasst nicht den gesamten Einfluss sozialer Medien auf Informationssuche oder Entscheidungen.

JahrAlle Befragten18 bis 30 Jahre
20214,0 %9,0 %
202210,6 %20,9 %
20239,1 %19,4 %
202411,3 %21,3 %
202514,0 %23,8 %
202612,8 %20,2 %

Quelle: DGÄPC Statistik 2026, Seite 17.

Für die Wahl der Behandlerin oder des Behandlers nennen 88,8 Prozent Qualität und fachliche Kompetenz als Kriterium, 7,2 Prozent den Social-Media-Auftritt. Als Orientierungshilfen nennt die DGÄPC Facharzttitel, nachvollziehbare ärztliche Vita, Fort- und Weiterbildung sowie die Mitgliedschaft in anerkannten Fachgesellschaften. Die DGÄPC fordert Mindeststandards für gesundheitsbezogene Kommunikation: transparente Qualifikationen, nachvollziehbare wissenschaftliche Quellen, eine klare Trennung von gesichertem Wissen und persönlicher Einschätzung sowie die Kennzeichnung kommerzieller Interessen. VDÄPC-Präsident Dr. Alexander Schönborn formuliert es so: „Reichweite ist kein Qualifikationsnachweis.“

Für die Werbepraxis bleibt der rechtliche Rahmen maßgeblich. Zum laufenden Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht zum Vorher-Nachher-Verbot lesen Sie unseren Beitrag Vorher-Nachher-Verbot vor dem Bundesverfassungsgericht.

Körperformung nach starkem Gewichtsverlust

Erstmals behandelt die Statistik das Bodycontouring ausführlicher. Körperstraffende Eingriffe erreichen 2026 folgende Anteile: Bruststraffung 8,5 Prozent, Bauchdeckenstraffung 5,7 Prozent, Oberschenkelstraffung 2,2 Prozent und Oberarmstraffung 2,1 Prozent. Diese Werte beziehen sich auf die jeweilige Behandlungskategorie insgesamt und nicht ausschließlich auf Straffungswünsche nach starkem Gewichtsverlust. Die veröffentlichten Ergebnisse differenzieren nicht danach, ob den Behandlungswünschen ein medikamentös, bariatrisch oder auf anderem Weg erreichter Gewichtsverlust vorausging. Eine Aussage über den Anteil von Patientinnen und Patienten nach GLP-1-Therapie ist aus den Zahlen daher nicht möglich.

Die DGÄPC erwartet auf Basis der Entwicklung bei Abnehmmedikamenten ein wachsendes Behandlungsfeld. Das ist eine Einschätzung der Fachgesellschaft und keine Messgröße der Statistik. Zum Hintergrund siehe Wie Abnehmspritzen das Leistungsspektrum ästhetischer Chirurgen verändern.

Was Praxen daraus ableiten können

Die folgenden Punkte sind redaktionelle Einordnung und keine Handlungsvorgabe. Sie setzen voraus, dass sich die Beobachtungen aus der DGÄPC-Stichprobe auf die eigene Patientenstruktur übertragen lassen. Das lässt sich nur mit eigenen Daten prüfen.

  1. Eigene Zahlen danebenlegen. Die Praxissoftware liefert Anfragen und Behandlungen nach Verfahren und Altersgruppe. Der Vergleich mit den DGÄPC-Werten zeigt, ob der Trend zu operativer Gesichtsverjüngung auch in der eigenen Praxis sichtbar ist.
  2. Beratungs- und OP-Kapazitäten prüfen. Falls der Anteil liftingchirurgischer Anfragen steigt, betrifft das Beratungszeiten, OP-Planung und Nachsorge. Eine Prognose lässt sich aus einer einzelnen Erhebung nicht seriös ableiten.
  3. Injektionen nicht aus der Statistik heraus abschreiben. Der Rückgang gilt für die DGÄPC-Stichprobe. Die DGÄPC selbst schließt eine Verlagerung zu anderen Anbietern ausdrücklich nicht aus.
  4. Qualifikation sichtbar machen. Facharzttitel, Weiterbildung und Mitgliedschaften in Fachgesellschaften gehören auf die Praxiswebsite, soweit sie zutreffen und belegbar sind. In der Befragung nennen 88,8 Prozent Qualität und fachliche Kompetenz als Auswahlkriterium. Ob einzelne Merkmale wie eine Mitgliedschaft dabei ins Gewicht fallen, geht daraus nicht hervor. Werbliche Aussagen bleiben unter anderem an das Heilmittelwerbegesetz gebunden.
  5. Beratung der Jüngeren strukturieren. Bei unter 30-Jährigen stehen nach den DGÄPC-Daten häufig lange bestehende körperliche Merkmale im Vordergrund. Eine ausführliche Anamnese zu Dauer und Ausmaß des Leidensdrucks und zu den Erwartungen gehört in jedem Fall dazu. Die DGÄPC weist darauf hin, dass eine körperdysmorphe Störung nicht operativ behandelbar ist und dass ärztliche Verantwortung auch bedeutet, einen Eingriff abzulehnen.
  6. Bodycontouring-Pfad definieren. Falls die Praxis körperstraffende Eingriffe nach starkem Gewichtsverlust anbietet, lohnen klare Kriterien: stabile Gewichtssituation, Indikationsstellung, Aufklärung über Narben und Risiken, Nachsorge. Das entspricht den von der DGÄPC genannten Voraussetzungen.

Einordnung

Die DGÄPC-Statistik ist eine seit 18 Jahren veröffentlichte Patientenbefragung zu Behandlungswünschen und Motivationen in Praxen und Kliniken von DGÄPC-Mitgliedern. Sie erfasst Patientenwünsche und keine durchgeführten Eingriffe, und sie deckt nur einen Teil des Marktes ab. In den veröffentlichten Jahreswerten sind drei Entwicklungen erkennbar: Die Summe der Prozentwerte für Face-, Hals-, Stirn- und Augenbrauenliftings steigt von 2024 bis 2026, die Werte für Botulinumtoxin und Faltenunterspritzungen sinken im selben Zeitraum, und das Durchschnittsalter der Befragten steigt. Ob diese Veränderungen über die jeweils befragte Patientenstruktur hinaus einen Nachfragetrend abbilden, lässt sich mit den veröffentlichten Angaben nicht beurteilen. Alle weiteren Deutungen, etwa zur Rolle von Abnehmmedikamenten oder zu Verlagerungseffekten, sind Einschätzungen der Fachgesellschaft ohne eigene Messgröße in der Erhebung.

Die ergänzende Sicht der Praxen liefert die VDÄPC-Behandlungsstatistik. Die Zwischenergebnisse der DGÄPC-Befragung haben wir bereits im September vorgestellt: DGÄPC-Statistik 2026: Zwischenstand.

Häufige Fragen

Was ist die DGÄPC-Statistik? Die DGÄPC-Statistik ist eine jährliche, anonyme Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie. Befragt werden Personen, die in Praxen und Kliniken von DGÄPC-Mitgliedern eine Beratung oder einen Termin vereinbart haben. Die Ausgabe 2025/2026 ist die 18. Auflage.

Welche ästhetischen Behandlungen werden 2026 am häufigsten genannt? In der DGÄPC-Statistik 2026 führt die Oberlidstraffung (11,7 %) vor Botulinumtoxin (11,3 %), Faltenunterspritzung (8,7 %), Brustvergrößerung mit Implantat (8,6 %) und Bruststraffung (8,5 %). Alle liftingchirurgischen Gesichtseingriffe zusammen erreichen als Summe der Prozentwerte 12,6 Prozent.

Wird Botox weniger nachgefragt? Innerhalb der DGÄPC-Befragung sinkt der Anteil von Botulinumtoxin von 13,8 Prozent (2025) auf 11,3 Prozent (2026). Das ist keine Aussage über den gesamten Markt. Die DGÄPC erfasst befragte Patientinnen und Patienten in Praxen und Kliniken ihrer Mitglieder, Behandlungen bei anderen Anbietern fehlen in der Statistik. Ein sinkender Prozentwert bedeutet außerdem nicht zwingend weniger absolute Behandlungen.

Wie stark beeinflussen soziale Medien den Wunsch nach einem Eingriff? Nach der DGÄPC-Statistik 2026 stimmen 12,8 Prozent aller Befragten der Aussage zu, dass Posts anderer ihren Veränderungswunsch verstärken, bei den 18- bis 30-Jährigen 20,2 Prozent. Das misst nur diese eine Aussage und nicht den gesamten Einfluss sozialer Medien. Bei der Wahl der Ärztin oder des Arztes achten 88,8 Prozent auf Qualität und fachliche Kompetenz, 7,2 Prozent nennen den Social-Media-Auftritt.

Wie alt sind Patientinnen und Patienten in der ästhetischen Chirurgie? Das Durchschnittsalter der Befragten liegt 2026 bei 44,9 Jahren. Die größte Altersgruppe sind die 31- bis 40-Jährigen mit 22,6 Prozent, gefolgt von den 41- bis 50-Jährigen mit 20,8 Prozent.

Welche Eingriffe nennen die 18- bis 30-jährigen Befragten am häufigsten? Bei den 18- bis 30-Jährigen führen Brustvergrößerung mit Implantat (14,5 %), Brustverkleinerung (11,5 %) und Bruststraffung (10,5 %). Die Auswertung umfasst alle Geschlechter. Die DGÄPC sieht darin häufig lange bestehende körperliche Belastungen.

Ist die DGÄPC-Statistik repräsentativ für den deutschen Markt? Nein. Die DGÄPC beschreibt ihre Zahlen selbst als Abbild der eigenen Patientenstruktur. Die Befragung beruht auf Selbstauskunft, erlaubt Mehrfachnennungen und erfasst nur Praxen und Kliniken von DGÄPC-Mitgliedern. Sie ist keine repräsentative Markt-, OP- oder Kapazitätsstatistik.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC): DGÄPC Statistik 2025/2026. Zahlen, Fakten und Trends der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie, 18. Auflage, Köln 2026, insbesondere Seiten 5 bis 23. https://www.dgaepc.de/aktuelles/dgaepc-statistik/statistik-2026/

DGÄPC: Pressemitteilung „DGÄPC Statistik 2026: Oberlidstraffung überholt Botox – bei den jungen Patientinnen betrifft fast jede zweite OP die Brust“, Rottach-Egern, 9. Oktober 2026.

DGÄPC: DGÄPC Statistik 2025 (Vorjahreswerte, Teilnehmerzahl). https://www.dgaepc.de/aktuelles/dgaepc-statistik/dgaepc-statistik-2025/

Heilmittelwerbegesetz (HWG), § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1. Zur Auslegung: Bundesgerichtshof, Urteil vom 31. Juli 2025, I ZR 170/24; Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, Aktenzeichen 1 BvR 2656/25 (anhängig, Stand 1. Oktober 2026, siehe unseren Beitrag zum Verfahren).

Hinweis: Dieser Beitrag ordnet veröffentlichte Befragungsdaten einer Fachgesellschaft ein und ersetzt keine Rechts- oder Abrechnungsberatung. Die Statistik bildet Patientenwünsche in Facharztpraxen ab und erlaubt keine Rückschlüsse auf den Gesamtmarkt oder auf einzelne Praxen.